17.11.2017: Für die Zukunft im Finanzsektor gewappnet sein

Arbeitsprogramm

Mit welchen regulatorischen Änderungen müssen die Kreditinstitute in den kommenden Jahren rechnen? Welche neuen gesetzlichen Anforderungen müssen sie in Zukunft erfüllen? Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) stellte Anfang Oktober 2017 ihr Arbeitsprogramm für 2018 vor, welches einen umfassenden Überblick über die Ziele und Aktivitäten der EBA für 2018 und die darauffolgenden Jahre gibt. Anhand der Inhalte dieses Arbeitsprogramms können Kreditinstitute erkennen, wohin die „Regulierungsreise“ geht und auf welche regulatorischen Änderungen sie sich einstellen müssen.

Es sind eine Vielzahl an Gesetzesänderungen durch die Europäische Kommission zu erwarten, welche die Arbeit der EBA in 2018 beeinflussen werden. Dabei stehen folgende Themen im Mittelpunkt:

  • Entwicklungen bei der Capital Requirements Regulation (CRR), der Capital Requirements Directive (CRD) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) sowie die Auswirkungen aus der Überarbeitungen der Handelsbuchvorschriften durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS),

  • die Vorschriften zur Verlustabsorptionsfähigkeit (TLAC),

  • die Förderung der Verhältnismäßigkeit in Bezug auf politische Entwicklungen für den EU-Finanzsektor,

  • die Vorschriften zu gedeckten Schuldverschreibungen.

Darüber hinaus wurden der EBA neue Aufgaben zugewiesen, die die Regelungen für Verbriefungen im Kontext der Kapitalmarktunion und die Bekämpfung von notleidenden Krediten in Europa betreffen.

Auch der Brexit geht nicht spurlos an der EBA vorbei. Sie wird die Auswirkung des Austritts des Vereinigten Königreiches aus der EU überwachen und evaluieren.

Weiterhin richtet die EBA den Fokus auf den Umgang mit FinTechs. Hierfür hat die EBA mehrere Arbeitsschwerpunkte identifiziert:

  • Bewertung des regulatorischen Umfangs von FinTechs;

  • Auswirkungen von FinTechs auf aufsichtsrechtliche und operationelle Risiken für Kreditinstitute;

  • Einfluss von FinTechs auf die Geschäftsmodelle von Kreditinstituten;

  • Verbraucherschutz und Geschäftsverhalten im Einzelhandel;

  • Auswirkungen von FinTechs auf die Auflösung von Finanzunternehmen;

  • Einfluss von FinTechs auf die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Ferner will die EBA die Umsetzung des Dateninfrastruktur- und Datenanalyseprojekts vorantreiben, um ihre Rolle als Datenknotenpunkt für Banken in der EU zu stärken.

Schließlich wird die EBA bei den Themen Zahlungsdienste und Verbraucherschutz ihren Fokus auf die Vereinheitlichung der Aufsichtspraxis verlagern. Hierbei bezieht sich die EBA auf die Leitlinien zur Überwachung und Governance von Bankprodukten (POG) sowie auf den Übergangszeitraum für die zweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD 2).

Die sich weiterhin verändernden regulatorischen Anforderungen an die Kreditinstitute sowie die Breite des Spektrums an Anforderungen haben zur Folge, dass Komplexitäten für Fachseiten, die IT und das Management weiter ansteigen. Der Änderungsdruck für Kreditinstitute bleibt hoch. Damit Ihr Institut auch in Zukunft die komplexen regulatorischen Anforderungen erfüllen kann, unterstützen wir Sie bei der Analyse und Umsetzung bestehender und neuer Regelwerke im Finanzsektor.

 

Quelle: EBA


 

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