27.03.2018: Diskussion um die Umsetzung der Rahmenwerke für Kontrahentenausfall- und Marktpreisrisiko entfacht.

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Die Konsultationsphase um das von der Europäische Bankenaufsicht (EBA) herausgegebene Diskussionspapier zur Umsetzung des neuen Standardansatzes für das Kontrahentenausfallrisiko (SA-CCR) sowie des überarbeiteten Rahmenwerks für Marktpreisrisiken (Fundamental Review of the Trading Book - FRTB) endete am 15. März 2018. Dieses Papier dient dazu, die Probleme und Herausforderungen bei der Umsetzung der neuen Vorgaben zu konkretisieren und mit den relevanten Interessensgruppen zu diskutieren. Mit dem Diskussionspapier hat die EBA solche Themen identifiziert, die die Kreditinstitute signifikant beeinflussen, da diese Themen bei den Kreditinstituten Änderungen an der Infrastruktur, bei den IT-Systemen, dem Datenmanagement, von Preismodellen oder Angleichung der Technik hervorbringen werden.

Im Diskussionspapier stellt die EBA bezüglich des neuen Standardansatzes für Kontrahentenausfallrisiken (SA-CCR) zwei mögliche Haupthürden der Umsetzung fest. Zum einen macht die EBA Vorschläge zum Mapping von Derivaten auf ein oder mehreren Risikokategorien. Zum anderen stellt sie eine Methode zur Berechnung des aufsichtlichen Deltas für Zinsderivate in einem Negativ-Zinsumfeld vor.

In Bezug auf den FRTB nennt die EBA mehrere Haupthürden der Umsetzung:

  • Abgrenzung von Handels- und Anlagebuch,
  • Behandlung von Anlagebuchpositionen, die einem Devisen- oder Rohstoffrisiko unterliegen,
  • Residual-Risk-Add-on (RRAO) im Standardansatz,
  • Liquiditätshorizonte im internen Modell,
  • Anforderungen an Backtesting und an die P&L-Attribution sowie
  • Stressszenarien für nicht-modellierbare Risikofaktoren.

Viele Organisationen konnten ihre Stellungnahmen einreichen und die Vielzahl an Fragen von der EBA beantworten. So nahm auch die Deutsche Kreditwirtschaft die Gelegenheit wahr, ihre Kommentare zu den von der EBA aufgeworfenen Fragen und vorgestellten Lösungsansätzen abzugeben.

Die Deutsche Kreditwirtschaft unterstützt die Initiative der EBA, bereits aktiv zu werden und die offenen Punkte im Zusammenhang mit dem Marktpreisrisiko und dem Kontrahentenausfallrisiko zu bearbeiten, ohne auf die Ergebnisse des laufenden EU-Gesetzgebungsverfahren in Bezug auf die CRR II zu warten. Sie ist jedoch der Meinung, dass der Umfang und die Tiefe der von der EBA aufgeworfenen Fragen zeigen, dass eine große Anzahl von Punkten noch offen sind - auch aus konzeptioneller Sicht. Aus diesem Grund arbeitet der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) zurzeit auch intensiv an der Klärung der offenen Punkte. Demzufolge plädiert die Deutsche Kreditwirtschaft dafür, die Frage zu FRTB in erster Linie aus den aktuellen legislativen Diskussionen zu entfernen, weil der BCBS in diesem Jahr wichtige Punkte im Bezug zu FRTB klären und definieren wird. Auf dieser Grundlage könnte nach Meinung der Deutschen Kreditwirtschaft ein verlässlicher Gesetzgebungsprozess eingeleitet werden. Demzufolge gibt die Deutsche Kreditwirtschaft den Hinweis, dass die EBA darauf achten soll, keine auf dem Diskussionspapier basierenden Vorentscheidungen zu treffen, die den Einschätzungen des BCBS widersprechen könnten. Dies wird die Umsetzung der Anforderungen in den Instituten vereinfachen, indem Doppelarbeit vermieden wird.

Im spezifischen Teil ihrer Stellungnahme geht die Deutsche Kreditwirtschaft auf die zwei Haupthürden bei der Umsetzung der SA-CCR ein. Bezüglich FRTB werden insbesondere die Themen

  • Abgrenzung von Handels- und Anlagebuch,
  • Behandlung von Anlagebuchpositionen, die einem Devisen- oder Rohstoffrisiko unterliegen,
  • Residual-Risk-Add-on (RRAO)

ausführlich kommentiert.

Die detaillierten Antworten von der Deutschen Kreditwirtschaft zu den einzelnen Fragestellungen der EBA können Sie der Stellungnahme entnehmen: https://bankenverband.de/media/files/2018-03-14_GBIC_EBA.pdf

Im Rahmen von FRTB Vorstudien konnten wir zahlreiche Erfahrungen sammeln, die wir gewinnbringend für Ihr Kreditinstitut einsetzen können. Unser impavidi Team unterstützt Ihr Kreditinstitut auf dem FRTB-Weg von der Konzeption bis zur finalen Umsetzung, von der Anpassung von Prozessen und Policies bis hin zur Überarbeitung der Geschäfts- und Risikostrategie.


 

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