13.11.2018: Die regulatorische Reise geht weiter.

Arbeitsprogramm

Wohin wird die regulatorische Reise im Finanzsektor in den nächsten Jahren gehen? Auf welche gesetzlichen Änderungen bzw. Neuerungen müssen sich die Kreditinstitute einstellen?

Ende Oktober 2018 veröffentlichte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ihr Arbeitsprogramm für 2019, welches die Hauptziele und Aktivitäten der Behörde für die kommenden Jahre zusammenfasst. Das Arbeitsprogramm der EBA stellt ein wichtiges Indiz für die Kreditinstitute dar, mit welchen regulatorischen Themen sie sich in den kommenden Jahren schwerpunktmäßig beschäftigen müssen.

Die Arbeit der EBA von 2019 bis 2022 wird in fünf strategische Bereiche eingeteilt. Die EBA wird sich darauf konzentrieren,

1. die Umsetzung von Basel III in der EU zu leiten,
2. Risiken und Chancen, die sich aus Finanzinnovationen ergeben, zu verstehen,
3. Bankdaten zu erheben, zu verbreiten und zu analysieren,
4. einen reibungslosen Umzug der EBA nach Paris sicherzustellen sowie
5. die Erhöhung der Verlustabsorptionsfähigkeit des EU-Banksystems zu fördern.

Jeder der fünf strategischen Bereiche wird durch jährliche Aktivitäten (insgesamt 37 Aktivitäten für 2019) ergänzt, in denen die zu erfüllenden Aufgaben und benötigten Ressourcen aufgeführt sind.

Ferner stellt die EBA vier horizontale Prioritäten für ihre politische Arbeit vor:

1. weitere Anstrengungen bei der Umsetzung des Verhältnismäßigkeitsprinzips.
2. Stärkung der Integrität des einheitlichen Regelwerks „Single Rulebook“,
3. Förderung des Verbraucherschutzes,
4. Vorbereitung des Brexits.

Darüber hinaus erwartet die EBA von der Europäischen Kommission eine Vielzahl an Gesetzesreformen, die sich auf die geplanten Arbeiten der EBA im Jahr 2019 auswirken werden. Dies umfasst hauptsächlich:

  • die Überprüfung der Capital Requirements Regulation (CRR) sowie die Auswirkungen aus der Überarbeitung der Handelsbuchvorschriften durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS),
  • die Umsetzung der Vorschriften zur Verlustabsorptionsfähigkeit (TLAC),
  • die Weiterführung der Diskussionen über die Verhältnismäßigkeit im regulatorischen Rahmen sowie
  • mögliche Mandate, die sich aus dem Pfandbriefrecht ergeben.

Wie die EBA bereits in ihrem Arbeitsprogramm für 2018 erörterte (wir berichteten darüber), erhielt sie neue Mandate, die unter anderem die Regelungen für Verbriefungen im Kontext der Kapitalmarktunion und die Bekämpfung von notleidenden Krediten in Europa betreffen. Die weiteren neuen Mandate beziehen sich auf den Umgang mit FinTechs und auf eine nachhaltige Finanzierung.

Schließlich soll die Rolle der EBA als Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche auf EU-Ebene gestärkt werden.

Der Druck auf die Kreditinstitute, der sich durch die stetig wachsende Fülle und Komplexität regulatorischer Anforderungen ergibt, bleibt hoch. Damit auch Ihr Institut in Zukunft die komplexen regulatorischen Anforderungen erfüllen kann, unterstützen wir Sie bei der Umsetzung der vorgeschriebenen Regularien und stehen Ihnen beratend beim aufsichtlichen Überprüfungsverfahren zur Seite.

 

Quelle: EBA


 

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