28.09.2018: Weitere Kriterien zur Beurteilung von Zulassungsanträgen wurden konkretisiert.

Bankgebäude

Um die Tätigkeiten eines Kreditinstitutes – also das Entgegennehmen von Einlagen und die Vergabe von Krediten – aufnehmen zu dürfen, müssen Unternehmen eine Bankzulassung beantragen. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die einzige Institution, die eine Bankzulassung im Euro-Währungsgebiet endgültig erteilt, verlängert oder entzieht. Beim Zulassungsverfahren arbeitet die EZB mit den nationalen Aufsichtsbehörden wie der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eng zusammen.

In dieser Rolle hatte die EZB am 23. März 2018 Leitfäden zur Beurteilung der Zulassungsanträge von Banken und FinTech-Instituten veröffentlicht (wir berichteten darüber am 11.04.2018), die als praktische Orientierungshilfe für antragsstellende Institute dienen sollen. Allerdings fehlen beim finalen Leitfaden zur Beurteilung der Zulassungsanträge von Banken einzelne inhaltliche Bestandteile, die zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert werden müssen. Hierzu zählen die Leitlinien zur Bestimmung und Bewertung des für eine neu zugelassene Bank erforderlichen Kapitals und zur Bewertung des Geschäftsplans.

Am 14. September 2018 eröffnete nun die EZB das Konsultationsverfahren zu den fehlenden Bestandteilen, welches am 25. Oktober 2018 enden wird. Dieser 2. Teil wird den bestehenden Leitfaden ergänzen. Beide Dokumente sollen als ein gemeinsamer Leitfaden betrachtet werden. Sie haben jedoch keinen rechtsverbindlichen Charakter.

Was ist neu in Teil 2?

Teil 2 ergänzt die Punkte 5.1 und 5.2 des genannten Leitfadens und erläutert, welche Anforderungen Unternehmen bezüglich des erforderlichen Kapitals, Geschäftsplans und organisatorischen Aufbaus für den Erwerb einer Banklizenz erfüllen müssen.

Worauf wird bei der Beurteilung des Kapitalbedarfs geachtet?

Zur Bewertung des Kapitals eines antragstellenden Kreditinstituts werden die Kriterien wie

  • Höhe,
  • Qualität,
  • Herkunft und
  • Zusammensetzung

hinzugezogen.

Einerseits wird die Situation zum Zeitpunkt der Zulassung betrachtet, andererseits wird der prognostizierte Kapitalbedarf über einen bestimmten Zeitraum berücksichtigt. Bei der Prognose sollte der Geschäftsplan ein Basisszenario sowie ein stark negatives, aber plausibles Szenario für die ersten drei Geschäftsjahre enthalten.

Worauf wird bei der Beurteilung des Geschäftsplans und des organisatorischen Aufbaus geachtet?

Bei der Beurteilung des Geschäftsplans legt die EZB auf die folgenden Aspekte ihr Hauptaugenmerk:

  • das Geschäftsmodell und zugehörige Risikoprofil,
  • die Lage des Kreditinstituts vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfelds,
  • die eigenen Prognosen zur Entwicklung der Finanzkennzahlen,
  • klare und effektive Organisationsstruktur des Antragsstellers,
  • die eigenen Regelungen für die Unternehmensführung,
  • die eigenen internen Kontroll- und Risikomanagementstrukturen,
  • IT-Infrastruktur und
  • Outsourcing-Anforderungen.

Die ergänzten Kriterien zu den Kapitalanforderungen und zum Geschäftsplan stellen keine Überraschung dar. Aus unserer Sicht ist der EZB-Leitfaden ein gutes Hilfsmittel, um potenziellen Antragsstellern den Ablauf sowie die Kriterien, die die EZB bei der Beurteilung der Zulassungsanträge verwendet, verständlicher zu machen.

impavidi steht Ihrem Unternehmen im gesamten Zulassungsprozess zur Seite, damit der Zulassungsantrag schnell, reibungslos und erfolgreich verläuft.

 

Quelle: EZB


 

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