22.08.2018: Den Instituten werden Erleichterungen bei der Meldung von Finanzinformationen gewährt.

Bilanzierung und Taschenrechner

Am 13. Juli 2018 sind die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgeschlagenen Änderungen für die Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationsverordnung (FinaRisikoV) in Kraft getreten. Wie wir bereits in unserem Beitrag „Änderungen bei Meldungen von Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationen sind zu erwarten“ vom 05. Januar 2018 berichteten, kündigte die BaFin Ende des Jahres 2017 die geplanten Änderungen über einen Konsultationsentwurf an. Die vorgeschlagenen Änderungen wurden nun in die FinaRisikoV übernommen. Die sechs wesentlichen umgesetzten Änderungen möchten wir Ihnen hier aufzeigen.

1) Die Meldefristen für Finanzinformationen wurden den EZB-Meldestichtagen angepasst. D.h. Meldungen müssen von nun an quartalsweise zum 12. Mai, 11. August, 11. November und 11. Februar eingereicht werden.

2) Die Risikotragfähigkeitsinformationen sind einmal jährlich, innerhalb von sieben Wochen nach dem von der Bundesanstalt festgelegten Meldestichtag einzureichen, wenn u.a. abhängig von Größe oder Systemrelevanz keine erhöhte Meldefrequenz festgelegt wird.

3) Die Meldeerleichterungen, die bisher gemäß § 6 Abs. 3 FinaRisikoV nur für „IFRS-Bilanzierer“ galten, kommen jetzt auch den „HGB-Bilanzierern“ zugute. Nunmehr können alle Institute von den Befreiungsmöglichkeiten Gebrauch machen und anstatt der ehemaligen Meldevordrucke nur noch das Formular Sonstige Angaben - QSA (ehem. QSA 2) einreichen.

4) Es wurden einige Klarstellungen eingefügt. Insbesondere wurden in den §§ 3, 4, 6 sowie 7 Ergänzungen vorgenommen und Wortlaute angepasst.

5) Mehrere Anlagen und Paragraphen wurden komplett aufgehoben, wie beispielsweise die Anlagen 10-12 und § 13, da die dort festgehaltenen Übergangsregelungen nun nicht mehr gelten.

6) Letztlich wurden in mehreren Anlagen und Meldevordrucken Änderungen vorgenommen sowie komplett neue Anhänge eingefügt. So wurde beispielsweise als Anhang 13a der Meldebogen EKRQU hinzugefügt. Dieser regelt die Meldung der Eigenmittel-Kosten-Relation sowie die Kapitalquoten der Institute.

Bis zum 31. Dezember 2018 müssen die neuen Meldebögen erstmalig eingereicht werden. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist. Meldeerleichterungen, wie beispielsweise die verlängerten Einreichungsfristen, können teilweise sofort in Anspruch genommen werden.

Wir stehen den erneuten Anpassungen der FinaRisikoV positiv gegenüber. Die regulatorischen Änderungen schaffen einen gerechten Meldevorgang zwischen IFRS- und HGB-Bilanzierern, sodass weniger bedeutende Institute, die nach HGB bilanzieren, entlastet werden. Wir vom impavidi Team werden Sie zu weiteren Änderungen im Meldewesen auf dem Laufenden halten.

Quelle: BaFin, Bundesministerium der Justiz


 

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