11.01.2019: Schwerpunkte für 2019 von BaFin und Bundesbank stehen fest.

Aufsichtsschwerpunkte

Ebenso wie die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) (Beitrag vom 13.11.2018 "Die regulatorische Reise geht weiter.") und die Europäische Zentralbank (EZB) (Beitrag vom 27.11.2018 "Fortsetzung der regulatorischen Reise – EZB veröffentlicht Aufsichtsprioritäten für 2019.") legten zum Jahresende 2018 auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank ihre Aufsichtsschwerpunkte für das Jahr 2019 vor. 

Wenig überraschend sind die beiden Themen, die die BaFin für das Jahr 2019 als übergeordnete Schwerpunktthemen festgelegt hat. Zum einen handelt es sich um die Digitalisierung. Insbesondere will sie ihr oberstes Ziel erfüllen, die Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des deutschen Finanzsektors auch in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung zu sichern. Dabei unterscheidet die BaFin drei verschiedene Handlungsfelder:

  • aufsichtlicher und regulatorischer Umgang mit Marktveränderungen, die durch die Digitalisierung ausgelöst werden
  • Sicherstellung, dass die in den beaufsichtigten Instituten eingesetzten IT-Systeme und verarbeiteten Daten sicher sind
  • interne Weiterentwicklung der BaFin im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung

Zum anderen stellt der Brexit den zweiten übergeordneten Aufsichtsschwerpunkt der BaFin dar. Der Austritt des Vereinten Königsreiches aus der EU betrifft alle Geschäftsbereiche der BaFin. Dessen Folgen haben erhebliche Auswirkungen auf die Aufsichtsarbeit. Dementsprechend hat die BaFin folgende Handlungsfelder formuliert:

  • Umgang mit den Folgen aus dem Wegfall des EU-Passes für das Neu- und Bestandsgeschäft
  • Regelungen zur Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden aus den UK
  • Sicherstellung des Verbraucherschutzes
  • Aufrechterhaltung der (öffentlichen) Kommunikation zum Thema Brexit

Für den Geschäftsbereich Bankenaufsicht hat die BaFin gemeinsam mit der Bundesbank die konkreten Schwerpunkte für 2019 ausgearbeitet. Diese gelten für die weniger bedeutenden Institute (Less Significant Institutions – LSI) in Deutschland. Einerseits wollen BaFin und Bundesbank den LSI-Stresstest durchführen, um die Auswirkungen auf die Ertragslage und die Zinsänderungsrisiken zu überprüfen. Andererseits wollen sie die IT-Systeme der Kreditinstitute und die dazugehörigen IT-Prozesse prüfen. Mit dieser Prüfung wollen sie sicherstellen, dass die Institute mit ihrer eingesetzten IT die ordnungsgemäße Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle und den Schutz der Daten erfüllen.

In diesem Zusammenhang identifizierten BaFin und Bundesbank die relevanten Risiken für LSI, welche das derzeitige Marktumfeld für kleinere und mittelgroße Kreditinstitute widerspiegeln. Zu den wesentlichen Risiken zählen:

  • Ertragsrisiken
  • Zinsrisiken
  • Digitalisierung/IT-Risiken
  • Kreditrisiken
  • Länderrisiken
  • Rechts- und Reputationsrisiken

Die genannten Ertrags- und Zinsrisiken lassen vermuten, dass die BaFin und Bundesbank die Ertragsfähigkeit der Geschäftsmodelle von weniger bedeutenden Instituten intensiver untersuchen werden. Dies wird auch die Frage nach der Kapitalausstattung der Kreditinstitute betreffen.

Schließlich lässt sich zusammenfassen, dass besonders die Prüfung der IT-Sicherheit sowie der angekündigte LSI-Stresstest die weniger bedeutenden Institute in diesem Jahr beanspruchen werden.

Bei Fragen zu den Aufsichtsschwerpunkten der BaFin, Ihrem Handlungsbedarf und den aktuellen Entwicklungen im regulatorischen Umfeld können Sie sich gern an unser impavidi-Team wenden.

 

Quelle: BaFin


 

Zurück