15.08.2019: DK schlägt Bundesbank Änderungen des Melde- und Korrekturverfahrens von AnaCredit vor.

Untersuchung mit Lupe

Seit dem Inkrafttreten von AnaCredit im Jahr 2018 haben viele Institute immer noch Schwierigkeiten bei der Einhaltung aller Vorgaben. Dies liegt zum einen an der Komplexität der AnaCredit Meldung selbst, zum anderen aber auch an der Dynamik der wesentlichen Änderungen der Bundesbank (BuBa) zu Validierungsregeln, Codelisten, technischen Meldespezifikationen, Richtlinien zur Kreditnehmerstatistik sowie letztlich die Verarbeitung der Rückmeldungsdateien.

Das Melde- und Korrekturverfahren scheint hierbei besonders schwerwiegende Probleme für die Institute zu verursachen. Am 26.07.19 veröffentlichte die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) deswegen einen Brief an die Deutsche Bundesbank mit der Bitte, das Verfahren anzupassen. Im Folgenden möchten wir kurz die wesentlichen, von der DK angesprochenen, Punkte und ihre Lösungsvorschläge aufzeigen.

Im Rundschreiben Nr. 76/2018 verlangte die Bundesbank rückwirkende Korrekturen bis September 2018:

Dies führte laut der DK in den Instituten zu einem erheblichen Mehraufwand, welcher „der Komplexität und Quantität der zurückgemeldeten Fehler und der damit einhergehenden, zeitaufwändigen Analysen und Korrekturen geschuldet“ ist. Da die Korrekturen in vielen Instituten manuell angepasst werden, sind vorhandene Kapazitäten für die Umsetzung von neuen, durch die Bundesbank angekündigten, Meldeanforderungen - sowie für die Verbesserung der allgemeinen Datenqualität - nicht weiter verfügbar. Das wiederum führt dazu, dass bestehende Fehler sich weiter anstauen und neue ungehindert entstehen.

Weiterhin sind in vielen Instituten die Implementierungsprojekte von AnaCredit abgeschlossen. Aus diesem Grund laufen die neu geforderten rückwirkenden Anpassungen in der Regel neben dem täglichen Geschäft. Die Neuplanung bzw. Verlängerung von Projekten führen dadurch bei vielen Instituten zu unerwartet hohen Kosten.

Intransparenter Prozess:

Laut der DK ist der Rückmeldeprozess der BuBa nicht transparent genug und es wird oft nicht deutlich, weshalb ein Datensatz abgelehnt wurde. Fehler lassen sich so schwieriger beheben. Mit deutlicheren Hinweisen könnten technische Probleme besser erkannt und zeitnaher bereinigt werden. Zugleich wäre eine Rückmeldung der BuBa über die Akzeptanz bzw. Ablehnung zu den von den Instituten abgegebenen Löschmeldungen wünschenswert.

Aktuell empfiehlt die Bundesbank einigen Instituten keine Korrekturmeldungen vorzunehmen, da ohne eine abgeschlossene Revalidierung eingereichte Korrekturen ggf. erneut korrigiert werden müssten. Dies führt konsequenterweise zu einem größer werdenden Rückstau bei den Instituten. Bei anderen Instituten zeigte sich wiederum angabegemäß, dass sie durch die BuBa explizit zu Korrekturen aufgefordert wurden und einige Korrekturen Validierungsfehler enthielten, welche bei vorangegangenen Einreichungen noch nicht als Fehler gekennzeichnet waren.

Ein weiteres Problem entsteht dadurch, dass bei zu vielen Validierungsfehlern gar keine oder keine vollständige Rückmeldung mehr an die Institute erfolgte. Addiert man dazu die offenen Validierungsfehler der Vormonate so ist absehbar, dass auch folgende Meldedateien abgewiesen werden. Institute erlangen dadurch teilweise über längere Zeiträume keine vollständige Kenntnis über ihre bestehenden Fehler.

Allgemein:

Handlungsbedarf besteht laut der DK auch im allgemeinen Vorgehen zu AnaCredit. So kritisiert sie die zusätzlichen Rundschreiben der Bundesbank mit detaillierten Änderungen welche sehr kurzfristige Zeitvorgaben haben oder sogar sofortige Anwendung verlangen.

Die folgenden Anregungen führt die DK in ihrem Brief zur Behebung der Probleme auf:

  1. Es soll ein erneuter Vollabzug zum Stichtag 30. September 2019 vorgenommen werden.
  2. Es soll ermöglicht werden, eine Vollmeldung anstelle einer Deltameldung einzureichen. Dies soll den Instituten ermöglichen, einen sauberen Datenbestand bei der Bundesbank herzustellen. Entsprechende Deltas können dann auf dem Datenbestand der Bundesbank von ihr selbst erzeugt werden.
  3. Der Korrekturzeitraum sollte nach dem Neustart auf 3 Monate begrenzt werden, da der Aufwand und die Kosten für die Institute in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen für einen längeren Korrekturzeitraum stehen.
  4. Es soll einen verbindlichen Prozess für Änderungen geben, in dem auch realistische Umsetzungszeiträume vereinbart werden.
  5. Des Weiteren fordert die DK eine Planungssicherheit für die Institute, indem Änderungen in den Vorgaben erst ab einem bestimmten Meldestichtag gelten und nicht für Korrekturmeldungen vorangegangener Stichtage. Es sollte zwischen der EZB und der Bundesbank einen abgestimmten Release-Plan geben sowie Umsetzungsfristen, welche je nach Aufwand, zwischen 12 und 18 Monaten liegen sollten.

Diese Maßnahmen würden es den Instituten ermöglichen, ihre Kapazitäten besser zu nutzen, ihre Informationen zu verbessern und letztlich auch dem Grundgedanken der Kreditdatenstatistik nach granularer Datenqualität zu entsprechen. Dadurch sollten sich die Fehler für zukünftige Meldungen reduzieren lassen.

Inwieweit sich die Kritik auf das zukünftige Melde- und Rückmeldeverfahren sowie den Change-Management-Prozess für AnaCredit auswirkt, bleibt abzuwarten. In ihrem Brief macht die DK einen kurzfristigen – jedoch zugleich nachhaltigen - Handlungsbedarf jedenfalls mehr als deutlich.

Auch wir bei impavidi haben in unserem Projekten feststellen können, dass das Thema AnaCredit und insbesondere die Korrekturmeldungen den Instituten große Probleme bereiten. Eine optimierte Vorgehensweise seitens der Bundesbank und EZB unterstützen wir daher nachdrücklich. Bis dahin und auch darüber hinaus wird impavidi Institute optimal und bedarfsorientiert bei den AnaCredit Meldungen unterstützen und zusätzlich auch das Rundumsorglos-Paket der Meldungen im Outsourcing anbieten.


 

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