17.01.2020: Bundesbank nimmt Änderungen der Einreichungsart und des Korrekturverfahrens von AnaCredit vor.

Fassade der Bundesbank

Ende Dezember veröffentlichte die Bundesbank (BuBa) das Rundschreiben 71/2019 zu Änderungen der Einreichungsart und des Korrekturkonzepts für Kreditstammdaten sowie zu Anpassungen der technischen Spezifikationen und des Validierungshandbuchs im Hinblick auf natürliche Personen.

Im Juli 2019 hagelte es heftige Kritik von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) zum Melde- und Korrekturverfahren von AnaCredit (wir berichteten).

Ursprüngliche Kritikpunkte waren u.a.:

  • erheblicher Mehraufwand durch hohe Komplexität und Quantität der zurückgemeldeten Fehler durch rückwirkende Korrekturen bis September 2018,
  • Intransparenz des Rückmeldeprozesses der BuBa, welcher es den Instituten erschwert, die Ursachen für die Ablehnung von Datensätzen nachzuvollziehen,
  • bei anhäufenden Validierungsfehlern erfolgte keine oder unvollständige Rückmeldung durch die BuBa,
  • zu hoher Kostenfaktor,
  • kurzfristige Zeitvorgaben.

In ihrem Anschreiben zeigte die DK einige Lösungsvorschläge zur Verbesserung des Rückmelde- und Korrekturverfahrens auf. Im September 2019 fand zwischen der BuBa und der DK ein Informationstreffen statt, wo verschiedene Optionen zur Einreichungsart sowie zum Korrekturverfahren von AnaCredit erörtert wurden. Die folgenden Optionen wurden im Anschluss als Umfrage bereitgestellt:

  1. Zeitraumkorrektur und Deltameldung (Status Quo)
  2. Zeitraumkorrektur und optionale Vollmeldung für den aktuellen Meldestichtag
  3. Zeitpunktkorrektur und optionale Vollmeldung

Nach Aussage der BuBa zeigte sich in einer anschließenden Umfrage eine deutliche Präferenz der dritten Option. Folglich befürwortet die Bundesbank eine Änderung des Korrekturverfahrens für Kreditstammdaten, indem vom Zeitraum- auf das Zeitpunktprinzip gewechselt wird und die Möglichkeit der Einreichung einer Vollmeldung neben der Deltameldung eingeräumt wird. Dabei wird die Vollmeldung als Meldung mit dem zum Meldestichtag gültigen Datenbestands betrachtet. In diesem Fall wäre eine Löschmeldung für ausgelaufene Geschäfte hinfällig. Bei der Zeitpunktkorrektur von Kreditstammdaten würden sich rückwirkende Korrekturen folglich nur auf einen Meldestichtag beziehen. Dadurch würden sich keine Validierungsfehler und damit auch keine Ablehnung der Daten ergeben. Ende Januar 2020 soll es einen erneuten Termin mit der DK geben, um die Umfrageergebnisse sowie das weitere Vorgehen zu besprechen.

Im zweiten Teil des Rundschreibens geht die BuBa auf die Anpassungen der technischen Spezifikationen für natürliche Personen ein. Ab dem 01. Februar 2020 ist es für Institute möglich, irrtümlich eingereichte Stamm- und Kreditdaten zu natürlichen Personen bei der BuBa anzuzeigen. Die Vorgehensweise hierfür ist dem Rundschreiben zu entnehmen.

Entsprechend der Anpassungen wurden das Rundschreiben Nr. 39/2019, die aktualisierte Version 2.1 der technischen Spezifikationen sowie das Handbuch zu den AnaCredit-Validierungsregeln (Version 9) angepasst und sind auf der Homepage der Bundesbank zu finden.

Wir begrüßen es, dass die Bundesbank bereit ist, Anpassungen des Rückmelde- und Korrekturverfahrens vorzunehmen, um den Meldeaufwand für Institute zu erleichtern und die laufenden Kosten zu senken. Das impavidi-Team hält Sie zum Thema AnaCredit auf dem Laufenden.

 

Quelle: Bundesbank, Deutsche Kreditwirtschaft, impavidi


 

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