01.10.2021: BaFin veröffentlicht Rundschreiben zu Delegierter Verordnung zu zusätzlichen Liquiditätsabflüssen.

Kleingeld, Münzen

Mitte August veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Rundschreiben 12/2021 - Zusätzliche Liquiditätsabflüsse in Zusammenhang mit anderen Produkten und Dienstleistungen gemäß Artikel 23 Delegierte Verordnung (EU) 2015/61 sowie den dazugehörigen Meldebogen für alle weniger bedeutenden Institute (Less Significant Institutions – LSIs).

Bereits zwei Wochen später, zum 01. September 2021, trat das Rundschreiben in Kraft. Am Tag des Inkrafttretens veröffentlichte die Bafin ein Duldungsschreiben mit dem Hinweis, dass die Anwendung des Rundschreibens spätestens bis zum Stichtag 30.11.2021 geduldet wird, da eine Implementierung vorher nicht gewährleistet werden kann. Die jährliche Meldung für das Jahr 2021 ist demzufolge bis zum 31.12.2021 einzureichen. Auslöser des Schreibens war eine Kritik der Deutschen Kreditwirtschaft, dass auch mit nur geringfügigen Anpassungen der finalen Fassung des Rundschreibens, dennoch technische Anpassungen vorgenommen werden müssen und Testverfahren und Release-Zyklen der IT-Dienstleister eingeplant werden müssen.

Inhalt des Rundschreibens:

Das Rundschreiben konkretisiert das aufsichtliche Vorgehen bezüglich der Anwendung des Artikels 23 der Delegierten Verordnung (EU) 2015/61 sowie der dazugehörigen Technischen Durchführungsstandards (EU) 2021/451 (Implementing technical standards – ITS) zu den zusätzlichen Liquiditätsabflüssen im Zusammenhang mit anderen Produkten und Dienstleistungen, welche nicht unter die Abflusskategorien der Artikel 27 – 31a der Verordnung fallen. Die in Artikel 23 (1) a-h genannten Kategorien von Produkten und Dienstleistungen werden dabei näher bestimmt und die zuzuordnenden Liquiditätsabflüsse festgelegt.

Die monatliche Meldung der Liquiditätsabflüsse ist für die in Artikel 23 (1) genannten Produkte und Dienstleistungen ungeachtet ihrer Wesentlichkeit von den Instituten, die zum Anwenderkreis gehören, einzureichen. Genannt wird hierfür der Meldebogen C 73.00 und die betroffenen Spalten 010 (Betrag), 050 (anwendbare Gewichtung im Abschnitt 5 des Rundschreibens) und 060 (der entsprechende Abfluss).

Des Weiteren wird es eine zusätzliche jährliche Meldung für die unter Artikel 23 (1) fallenden Produkte und Dienstleistungen, für die die Wahrscheinlichkeit und der potenzielle Umfang von Liquiditätsabflüssen wesentlich ist, geben. Meldestichtag soll jährlich der 30. September sein und die Einreichung bis zum 31.10 erfolgen. Gemeldet werden dabei die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen und die damit verbundenen Abflussraten, die vom Institut intern im steuerungsrelevanten MaRisk-Stressszenario mit den ungünstigen Auswirkungen verwendet werden. Dabei sollen Institute auch Produkte und Dienstleistungen einbeziehen, die zwar im Sinne des Rundschreibens nicht als wesentlich gelten, die aber vom Institut als solche im Hinblick auf das Geschäfts- und Risikomodell eingestuft werden.

Auch wenn die Anwendung des Rundschreibens um zwei Monate verschoben wurde, so ist es zu empfehlen, sich so zeitnah wie möglich mit der Implementierung, sofern mit den Release-Zyklen der IT-Dienstleister möglich, zu befassen, um sicherzustellen die Meldung rechtzeitig abgeben zu können.

Quelle: BaFin

Weiterführende Informationen

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