22.03.2021: Der regulatorische Dschungel zu Sustainable Finance – dem Ziel ein Stück näher sein (Teil 1)

Nachhaltigkeit

Eine nachhaltigere Wirtschaft ist ein erklärtes Ziel der Europäischen Union. Im Rahmen der Festlegung der Klimaziele stellte sich laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) heraus, dass für die Zielerreichung ein zusätzlicher Investitionsbedarf von 260 Milliarden Euro bestünde. Inzwischen interessieren sich viele Anleger für nachhaltige Investitionen. Dennoch weist die BaFin darauf hin, dass auch „grüne“ Geldanlagen Risiken bergen. Daher hat sie auf ihrer Internetseite Erläuterungen veröffentlicht, die Anlegern erklären, worauf geachtet werden sollte. Die BaFin spricht dort folgende Themen an:

  • die Kriterien für eine nachhaltige Geldanlage,
  • die Risiken,
  • ob es gesetzliche Informationspflichten gibt,
  • was sich zukünftig ändern wird.

Das allein ist aber nicht der einzige Schritt, um den Risiken entgegenzuwirken. Am 10. März 2021 ist die Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor in Kraft getreten. Damit sind von nun an Finanzmarkteilnehmer und Finanzberater verpflichtet, alle notwendigen Daten offenzulegen, die relevant sind, um eine Nachhaltigkeitsbetrachtung für Anleger zu ermöglichen. Zur Erinnerung: Folgende Themen werden u.a. mit der Verordnung abgedeckt:

  • Begriffserklärungen,
  • Transparenz bei den Strategien für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken,
  • Transparenz nachteiliger Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene des Unternehmens,
  • Transparenz der Vergütungspolitik im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken,
  • Transparenz bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken,
  • Transparenz bei nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene des Finanzprodukts,
  • Transparenz bei der Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale in vorvertraglichen Informationen,
  • Transparenz in vorvertraglichen Informationen bei nachhaltigen Investitionen,
  • Transparenz bei der Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale und bei nachhaltigen Investitionen auf Internetseiten,
  • Transparenz bei der Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale und bei nachhaltigen Investitionen in regelmäßigen Berichten.

Es bleibt festzuhalten, dass die Offenlegungspflichten sehr viele Teilbereiche abdecken und detaillierte Informationen gefragt sind. Damit sind die Finanzmarktakteure beispielsweise nun verpflichtet ihre Vertriebskommunikation hinsichtlich der Nachhaltigkeitsrisiken zu überprüfen und ggf. anzupassen. Offengelegt werden müssen die Informationen, je nach Anforderung, auf der Webseite, über periodische Berichte und vorvertraglichen Informationen.

Ebenso wichtig wie die Offenlegungspflichten sind einheitliche Kriterien zur Identifizierung von dem, was als nachhaltig gilt, sowie ein einheitliches Verständnis der Kriterien. Lesen sie mehr dazu in Teil 2 unseres Beitrags.

Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen beim Thema Sustainable Finance und werden Sie weiter auf dem Laufenden halten.

Quelle: BaFin, EBA, DK


 

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Janine Otto

Davor Jurak
Geschäftsführer

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