22.06.2021: EBA gibt Empfehlungen zur Reduzierung der aufsichtsrechtlichen Meldekosten.

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Im Jahr 2020 führte die EBA eine Studie durch, in der sie die Kosten im Rahmen der Einhaltung von aufsichtsrechtlichen Meldepflichten untersucht hat. Nun hat sie die Ergebnisse veröffentlicht und präsentiert insgesamt 25 Empfehlungen, mit denen die Kosten im Meldewesen für die Institute um bis zu 24 % reduziert werden können. Die meisten dieser Empfehlungen möchte die EBA im Rahmen ihrer laufenden politischen Arbeit zur Entwicklung und Verbesserung des gemeinsamen EU-Rahmens für das aufsichtsrechtliche Meldewesen umsetzen. Laut eigener Aussage hätten die Empfehlungen zum einem das Potential die Proportionalität im Meldewesen weiterhin zu verbessern und bei kleinen und nicht komplexen Instituten eine Einsparung von 188-288 Millionen Euro zu bewirken.

Die Analyse stützt sich auf umfangreiche Beiträge aus der Branche. Die EBA verschickte freiwillige quantitative und qualitative Fragebögen an alle Kreditinstitute im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Sie befragte verschiedene Branchenverbände sowie kleine und nicht-komplexe Institute in mehreren Mitgliedsstaaten. Die EBA erhielt auch freiwillige Fallstudien von verschiedenen Stakeholdern, die in die Analyse eingeflossen sind. Die Nutzer des aufsichtsrechtlichen Meldewesens, insbesondere die Aufsichtsbehörden, lieferten ebenfalls Informationen für die Analyse.

Die Studie beschäftigt sich mit drei Kernthemen: 1. Verstehen der tatsächlichen Meldekosten der Banken im EWR in Bezug auf das aufsichtsrechtliche Meldewesen und auch die damit verbundenen technischen Durchführungsstandards (ITS). 2. Untersuchung der Auswirkungen einer Reduzierung einiger spezifischer Meldeanforderungen auf die Meldekosten und die Effizienz der Aufsicht. 3. Bewertung ob die Meldekosten in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen.

Die Empfehlungen, die die EBA aufzeigt, werden dabei wiederum in vier Kategorien eingeteilt:

  • Änderungen am Entwicklungsprozess des EBA-Melderahmens,
  • Änderungen an der Gestaltung der EBA-Aufsichtsmeldeanforderungen und der Inhalte der Meldungen,
  • Koordination und Integration von Datenanfragen und Meldeanforderungen und
  • Änderungen des Meldeprozesses, einschließlich des breiteren Einsatzes von Technologie.

Im Folgenden möchten wir kurz auf die vier Kategorien eingehen.

1. Änderungen am Entwicklungsprozess des EBA-Melderahmens:
In ihrer Studie stellt die EBA fest, dass viele Institute viel Zeit aufwenden, um die zugrundeliegende CRR in all ihrer Komplexität zu verstehen bzw. sich darin zurechtzufinden. Die EBA sieht keine Möglichkeit die Komplexität zu verringern, jedoch möchte sie den Instituten helfen sich durch die Legislation zu navigieren. Dabei möchte sie insbesondere die Kommunikation verbessern und den Instituten bei dem Verständnis zu helfen, welche Anforderungen auf sie zutreffen. Dies bezieht sich auch auf die mit der CRR einhergehenden ITS. Ein weiteres Problem stellen die stark frequentierten Änderungen der Meldeanforderungen sowie die kurzen Umsetzungsfristen dar. Daher spricht sie zu Kategorie 1 u.a. folgende Empfehlung aus:

  • Bessere Kennzeichnung der übergreifenden regulatorischen Anforderungen, für die verschiedenen Proportionalitätskategorien der Institute,
  • Kennzeichnung der aufsichtlichen Meldeanforderungen der EBA und Identifizierung der Meldevorlagen, die für verschiedene Proportionalitätskategorien von Instituten gelten,
  • Maximal eine neue Version des Berichtsrahmens pro Jahr in Kraft setzen und 12 Monate vor dem Datum der Anwendung (erstes Referenzdatum) dieser Version die Materialien sowie die Dokumente für die Implementierung bereitstellen.

2. Änderungen an der Gestaltung der EBA-Aufsichtsmeldeanforderungen und der Inhalte der Meldungen:
In der Studie bekam die EBA die Rückfrage, ob die Meldepflichten gleichzeitig auf der Ebene einer einzelnen rechtlichen Einheit (Einzelmeldung) und auf konsolidierter Ebene unter Berücksichtigung aller Einheiten im aufsichtsrechtlichen-, Liquiditäts-, Abwicklungs- oder in selteneren Fällen im bilanziellen Konsolidierungskreis erfüllt werden müssen. Unter bestimmten Umständen müssen alle oder ausgewählte Berichtspflichten auch auf einer subkonsolidierten Ebene erfüllt werden. Dies bedeutet einen hohen Aufwand für die Institute. In dieser Kategorie schlägt die EBA mitunter folgende Empfehlungen vor:

  • Überprüfung der Möglichkeit, eine vereinfachte Meldepflicht auch auf konsolidierter Ebene zu ermöglichen (z. B. Entwicklung von Kriterien für eine "Gruppe, die überwiegend aus Unternehmen besteht, die unter die vereinfachte Meldepflicht fallen"), wenn dies mit der Anwendungsebene der zugrunde liegenden Rechtsvorschriften und dem Datenbedarf für die Erfüllung der Aufsichtsaufgaben konform ist.
  • Verfolgung eines "Kern + Zusatz"-Ansatzes bei der Gestaltung neuer Berichtsanforderungen sowie bei der Überarbeitung bestehender Anforderungen, wo ein solcher Ansatz geeignet ist.


3. Koordination und Integration von Datenanfragen und Meldeanforderungen:
Ein Kritikpunkt, der in der Studie aufkam, ist, dass es zu Überschneidungen und Inkonsistenten zwischen dem Berichtsrahmen der EBA und denen anderer Stakeholder kommt. Ebenso sei eine bessere Koordination zwischen den Behörden, die die Meldeanforderungen in Bezug auf die Definitionen festlegen wünschenswert. Daher schlägt die EBA in dieser Kategorie unteranderem folgendes vor:

  • Verpflichtung zur besseren Abstimmung zusätzlicher Melde- oder Datenanforderungen (auf nationaler oder Jurisdiktionsebene) mit dem EBA-Berichtsrahmen unter Verwendung der gleichen Definitionen und Taxonomie bis zur Einführung des integrierten Meldewesens und der Realisierung seiner Vorteile.


4. Änderungen des Meldeprozesses, einschließlich des breiteren Einsatzes von Technologie:
Die drei der wichtigsten Kostentreiber beziehen sich für die Institute auf interne aufsichtsrechtliche Meldeprozesse, darunter 1. die interne Aufbereitung von Daten und Datenextraktionen, 2. interne Transformationen/Berechnungen zum Zweck der Einhaltung aufsichtsrechtlicher Anforderungen und 3. interne Datentransformationen/Berechnungen zum Zweck der aufsichtsrechtlichen Meldeanforderungen. Die Empfehlung der EBA hierzu:

  • Bessere Digitalisierung von Dokumenten/Verträgen für alle Institutionen, um sicherzustellen, dass sie über einen reichhaltigeren Satz an zugrunde liegenden granularen Daten verfügen.

Obwohl die EBA den Fokus auf die kleineren und nicht komplexen Institute legt, wird sie die Meldeanforderungen und -prozesse für alle Institute verbessern.

Des Weiteren identifizierte die EBA in ihrer Studie auch die Notwendigkeit, bestehende Hindernisse für die breitere Nutzung von FinTech- und RegTech-Lösungen durch Institute zu reduzieren und eine bessere Digitalisierung interner Dokumente und Verträge der Institute zu fördern.

Je nach Verfügbarkeit der internen Ressourcen wird die EBA die Empfehlungen in ihr Arbeitsprogramm aufnehmen und im Rahmen der laufenden Arbeiten umsetzen. Einige der Empfehlungen werden zu spezifischen Regelwerken führen, die dem üblichen Prozess der Regelwerksentwicklung folgen werden, zu dem auch das Einholen der Meinung der Branche und anderer Stakeholder im Rahmen eines öffentlichen Konsultationsverfahrens gehört.

Wir begrüßen die Tatsache, dass die EBA sich mit ihrer Studie einem Thema widmet, mit dem alle beaufsichtigen Institute zu kämpfen haben und hoffen auf eine positive Entwicklung diesbezüglich. Mit unseren Meldewesen-Services unterstützen wir die Institute auch weiterhin bei der Umsetzung der Anforderungen im Meldewesen. Sprechen Sie uns hierzu gerne an: info@impavidi.de.

Quelle: EBA

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