Institute - Meldewesen

Meldewesen für Banken und Finanzinstitute

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

Das Meldewesen für Finanzinstitute fast sämtliche gesetzlich vorgeschriebene Meldungen der Institute an die Aufsichtsbehörden zusammen. Das heißt explizit, dass das Meldewesen für Finanzinstitute eine gesetzliche Pflicht zur Erfüllung von Anzeigepflichten bzw. zur Erhebung von Daten bedeutet.

Mit den Verpflichtungen im Meldewesen für Banken und Finanzinstitute verfolgt die Bankenaufsicht das Ziel, die Stabilität des Finanz- und Währungssystems, insbesondere in Krisenzeiten, aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig dienen die Meldungen einem statistischen Zweck.

Das Meldewesen in Deutschland wird über das Kreditwesengesetz (KWG) geregelt. Eingeführt wurden die KWG-Meldevorschriften 1931 zur Überwachung des risikoreichen Kreditgeschäfts im Bankwesen.

Als Aufsichtsbehörden teilen sich in Deutschland die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Aufgaben der Bankenaufsicht. Gemäß § 6 Abs. 1 KWG übt die BaFin als zuständige Verwaltungsbehörde die Aufsicht über die Institute nach Maßgabe des KWGs aus. Die deutsche Bundesbank wertet im Rahmen der laufenden Aufsicht die von den Instituten eingereichten Berichte und Meldungen aus. Dabei gilt es vor allem zu prüfen, ob die Eigenkapitalausstattung und das Risikosteuerungsverfahren eines Institutes angemessen sind. Seit November 2014 fungiert die Europäische Zentralbank (EZB) als weiteres Aufsichtsorgan auf EU-Ebene.

Aktuell müssen Kreditinstitute sehr viele Meldungen mit hohem Umfang abgeben. Dabei reicht die Frequenz der Meldungen von jährlichen, über halbjährlichen, quartalsweise, monatliche bis hin zu täglichen Meldungen.

 

Steigende Anforderungen im aufsichtsrechtlichen Meldewesen (Harmonisierung)

In den letzten Jahren sind der Anspruch und die Komplexität des Meldewesens gestiegen. Dies steht vor allem im Zusammenhang mit der Harmonisierung des europaweiten Meldewesens. Erstmals gab es 2007 mit Basel II grundlegende Änderungen durch die Einführung einheitlicher Meldeformulare (Common Solvency Ratio Reporting – CoRep) in der EU. Nach der Finanzkrise 2008 wurden mit Basel III weitere verschärfte Vorgaben in Form der Kapitaladäquanzrichtlinie (Capital Requirement Directive – CRD IV) und der Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirement Regulation – CRR) eingeführt. Durch die CRR wurden 2014 besondere Meldepflichten für Banken und Finanzinstitute eingefügt, u.a. die Meldung von aufsichtsrechtlichen Finanzinformationen.

Je nach Größe des Instituts und dem Umfang der Meldungen benötigen Banken spezialisierte Mitarbeiter für die verschiedenen Meldungen. Dies hängt auch damit zusammen, dass das Meldewesen ständigen Veränderungsprozessen ausgesetzt ist und auch bereits etablierte Meldungen einem ständigen Wandel unterliegen. Des Weiteren ist das Meldewesen ein wichtiger Bestandteil der Gesamtbanksteuerung. Kennzahlen, die täglich überwacht werden müssen, haben Einfluss auf das Tagesgeschäft, wie beispielsweise die Kreditvergabe, und dienen als Grundlage für strategische Planungen. Dadurch entsteht auch ein erhöhter Kommunikationsbedarf zwischen Abteilung wie dem Meldewesen und dem Risikomanagement.

Ein besonders wichtiger und aufwendiger Bestandteil des Meldewesens ist die Datenqualität. Dies gilt sowohl für automatisierte Prozesse als auch um den Korrekturaufwand in der verwendeten Software möglichst gering zu halten. Eine gute Datenqualität soll nicht nur die Richtigkeit der Meldungen absichern, sondern spielt auch zur Beantwortung von Rückfragen zu Meldungen sowie von Ad-hoc Anfragen der Bundesbank eine wichtige Rolle.

Wichtigste Meldungen für Banken und Finanzinstitute

Bankenstatistik (nationale Grundlage)

  • AnaCredit (Kreditnehmerstatistik)
  • AUSTA
  • BISTA
  • Kreditnehmerstatistik
  • Emissionsstatistik über Schuldverschreibungen
  • Geldmarktstatistik
  • MFI-Zinsstatistik
  • OTC-Derivative Statistik (BIZ)
  • Statistik über Investmentvermögen
  • Statistik über Verbriefungszweckgesellschaften
  • Statistik über Wertpapierinvestments
  • Triennial Central Bank Survey (BIZ)
  • Zahlungsverkehrsstatistik

CRR nach Europäischer Regelung

  • CoRep
  • Eigenmittel
  • Eigenmittelanforderungen
    • Kreditrisiko (KSA/IRB)
    • Operationelles Risiko
    • Marktpreisrisiko/FRTB
    • Abwicklungsrisiko
    • CVA-Risiko
    • SA-CCR
  • Leverage Ratio
  • Liquidität:
    • LCR
    • NSFR
    • ALMM
  • Asset Encumbrance
  • NPE/FBE
  • FinRep
  • Basismeldewesen (FinaRisikoV)
  • Large Exposure

sonstige Meldungen

  • §14 KWG Millionenkredite
  • AWV
  • EinSiG
  • LiqV (alt)
  • SolV (alt)
  • Risikotragfähigkeit (RTF)

Aktuelle Meldethemen

AnaCredit:

Bei der Analytical Credit Dataset-Meldung (AnaCredit) handelt es sich um eine statistische Verordnung vom Mai 2016, die der mehrstufigen Harmonisierung eines EU-weit granularen Kreditmeldewesens dient. Damit verfolgt die Bankenaufsicht das Ziel eines Mindeststandards. Es soll ermöglicht werden, die Kreditrisikopositionen von Unternehmen gegenüber allen Banken und Finanzinstituten im Euroraum zu bewerten.

Da die Meldung sehr granular mit einer Vielzahl an Einzelattributen ist, ergibt sich eine gewisse Komplexität für die Meldung. Deswegen ist die Datenqualität ein wichtiger Faktor der Meldung. Es werden sämtliche Funktionsbereiche innerhalb eines Kreditprozesses an der Generierung von Kredit-, Kreditrisiko- und Finanzdaten beteiligt. Dies betrifft unter anderem auch das Rechnungswesen und das Risikomanagement sowie den Markt mit der Kreditwährung.

In der Vergangenheit der AnaCredit-Meldung zeigten sich bisher verschiedene Schwierigkeiten für die Institute. Seit dem Inkrafttreten von AnaCredit im Mai 2018 gab und gibt es immer wieder wesentliche Anpassungen der AnaCredit-Validierungsregeln, der Codelisten, der Meldespezifikationen, ebenso Änderungen in den fachlichen Richtlinien. Die bisherigen Änderungen dienen dazu, Inkonsistenten zwischen den Dokumenten und den Validierungshandbüchern auszuräumen.

Meldewesensoftware

BAIS Banken-Aufsicht-Informations-System

Die Lösung für das Meldewesen

THINC to BAIS Adapter

Integrierte Lösung für Meldewesen und Risikomanagement

Meldewesen Spezialist

Beratung im Meldewesen

Wir kennen die Anforderungen an ein modernes Meldewesen und haben dabei stets die sich ändernden regulatorischen Anforderungen im Blick. Mit unserer langjährigen Erfahrung analysieren wir notwendige Anpassungsmaßnahmen und entwickeln technische, organisatorische und methodische Konzepte zum Aufbau oder zur Umstrukturierung des Meldewesens für Institute in der Finanzbranche.

Wir unterstützen Ihr Institut bei der Prozessoptimierung, der Entwicklung und dem Aufbau der Meldewesen Ressourcen, der technischen Implementierung und in der operativen Umsetzung.

Zudem sind wir Implementierungspartner der relevanten Softwarehersteller und unterstützen unsere Kunden bei der Analyse der Anforderungen, der Konzeption und Umsetzung zu ändernder Datenanlieferungen und Mappings sowie dem Customizing und Test neuer Releases der jeweiligen Meldewesenlösungen.

Meldewesen-Services

Durch die allgemein hohen regulatorischen Anforderungen für Institute, die sich auf viele Bereiche der Banken niederschlagen, gilt es die Bereiche ausreichend abzudecken, sowohl in personeller als auch in fachlicher, rechtlicher Hinsicht. Neben dem täglichen Geschäft bedeutet das eine sehr hohe Belastung für die Institute. Daher unterstützen wir Institute mit unserer Meldewesen-Services. Hier bieten wir Ihnen verschiedene Servicepakete von der Klärung von Fragen zur Meldewesensoftware BAIS, dem fachlichen Support zur Einhaltung der Regularien bis hin zur Übernahme des gesamten Meldungserstellungsprozesses.

Für die Auslagerung des Meldewesens gilt es zunächst, neben der Auswahl des richtigen Anbieters abzuwägen, ob eine Auslagerung in Frage kommt. Dazu zählen neben den Chancen auch die Risiken, die durch eine Auslagerung entstehen. Mehr zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Beitrag im Kundenmagazin News der msgGillardon.

Unsere Leistungen im Überblick

  • Aufnahme sowie grafische Darstellung des Status Quo zu bestehenden Prozessen zur Meldungserstellung
  • Erarbeitung und Abstimmung eines optimierten Meldewesenprozesses
  • Planung und Begleitung der Umsetzung
  • Anpassung und Erweiterung eines Skillprofils für die Rolle „Meldewesen“
  • Erstellung eines Entwicklungsplans für die Mitarbeiter im Meldewesen
  • Erarbeitung eines Ausbildungsplans zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter
  • Unterstützung bei der Ausbildung
  • Unterstützung bei der Integration der Meldewesen-Standardsoftware in die IT-Umgebung
  • Customizing und Tests neuer Releases der jeweiligen Meldewesen-Standardsoftware
  • Erfassung melderelevanter Daten
  • Unterstützung bei der Erstellung von anstehenden Meldungen (First Level Support)
  • Übernahme einzelner Meldungen oder gesamter Meldeprozesse im Outsourcing

In den vergangenen Jahren hat das Meldewesen zunehmend an Bedeutung und Komplexität gewonnen. Die Gewährleistung vollständiger, widerspruchsfreier Meldungen mithilfe eines gut funktionierenden und strukturierten Meldewesens ist ein wichtiger Bestandteil der Bankensteuerung geworden und verschafft nicht nur der Bankenaufsicht, sondern auch den Instituten selbst einen guten Überblick über die eigene Finanzstabilität. Mit unserer Beratung möchten wir einen wertvollen Beitrag dazu leisten, denn letztlich trägt ein stabiles Finanzsystem zu einer stabilen Wirtschaft bei.