18.05.2020: EBA finalisiert die ITS für besondere Meldepflichten zu Marktrisiken.

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Die erste Stufe der grundlegenden Überprüfung der Handelsbuchregelungen (Fundamental Review of the Trading Book – FRTB) wurde erklommen. Am 04.05.2020 veröffentlichte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ihren finalen Entwurf der technischen Durchführungsstandards (Implementing Technical Standards - ITS) über besondere aufsichtsrechtliche Meldepflichten für Marktrisiken. Wie wir in unserem Beitrag „Weitere Schritte aus dem Risikoreduzierungspaket – besondere Meldepflichten zu Marktrisiken“ vom 19.12.2019 berichteten, eröffnete am 21.11.2019 die EBA zu diesen ITS die Konsultation.

Bestandteile der finalen ITS:

Der finale Entwurf der ITS enthält zum einem einen Meldebogen für Schwellenwerte, der Aufschluss über die Größe der Handelsbücher der Kreditinstitute und über den Umfang ihrer Geschäfte, welche dem Marktrisiko unterliegen, geben soll. Alle Kreditinstitute sind verpflichtet, den Meldebogen für die Schwellenwerte auszufüllen und einzureichen. Zum anderen umfassen die ITS einen Übersichtsvordruck, der die Eigenmittelanforderungen widerspiegelt, die nur bei der Anwendung des alternativen Standardansatzes für Marktrisiken (Alternative Standardised Approach for market risk – MKR-ASA) berechnet werden. Die Meldung der Ergebnisse aus der Berechnung des MKR-ASA beschränken sich vorerst auf diesen Übersichtsvordruck. Er erfasst die Größe der Positionen mit unterschiedlichen Ansätzen und Risikoklassen sowie einige hochrangige Aufschlüsselungen über die damit verbundenen Eigenmittelanforderungen. Der Übersichtsvordruck für MKR-ASA soll zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden, um mehr Informationen zu den einzelnen Berechnungsschritten abzufragen. Die beiden Meldebögen sollen quartalsweise auf Einzel- und auf Gruppenebene ausgefüllt und eingereicht werden.

Gegenüber dem Konsultationsentwurf wurden einzelne Aspekte angepasst:

  • Als Reaktion auf die Corona-Pandemie wurde das Anwendungsdatum der ITS vom ursprünglich vorgeschlagenen 01.03.2021 auf den 01.09.2021 verschoben. Das verschafft den Instituten mehr Zeit für die Umsetzung der Anforderungen.

  • Angesichts der eingegangenen Rückmeldungen und im Hinblick auf die Begrenzung des Meldeaufwands wurde die Aufschlüsselung nach bilanzwirksamen und nicht bilanzwirksamen Geschäften, die einem Marktrisiko unterliegen, aus dem Meldebogen C 90.00 gestrichen.

  • Ursprünglich war vorgesehen, Informationen für den Stichtag und die vorangegangenen 11 Monate anzufordern. Der Umfang der geforderten Informationen wurde auf den Stichtag und die beiden vorhergehenden Monatsenden reduziert, um die erneute Meldung von Daten zu vermeiden, die bereits zu früheren Stichtagen gemeldet wurden.

  • Die Institutionen werden gebeten, Informationen über die Schwellenwerte nur für Stichtage zu melden, an denen die Bestimmungen der CRR II bereits in Kraft getreten sind, d.h. effektiv für Stichtage ab Juli 2021.

Die finalisierten ITS mit den beiden Meldebögen sind der erste Schritt auf dem Weg zur vollständigen Umsetzung des FRTB-Rahmenwerks: Die Meldepflichten zu Marktrisiken werden im Laufe der Zeit erweitert, wenn Klarheit über die Realisierung des FRTB-Rahmenwerkes in der EU besteht.

Die EBA reicht nun ihren finalen Entwurf der ITS bei der EU-Kommission zur Bestätigung ein, bevor sie im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden. Die technischen Standards sollen wie erwähnt ab dem 1. September 2021 gelten. Darüber hinaus plant die EBA, das Datenpunktmodell (DPM), die XBRL-Taxonomie und die Validierungsregeln auf Grundlage des finalen Entwurfs der ITS zu entwickeln und zeitnah zu veröffentlichen.

Die impavidi GmbH ist Ihr kompetenter Beratungspartner auf dem FRTB-Weg. Wir unterstützen Ihr Institut bei der rechtzeitigen Umsetzung der aufsichtsrechtlichen Meldeanforderungen hinsichtlich der Marktrisiken.

 

Quelle: EBA


 

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