26.04.2021: BaFin aktualisiert Rundschreiben zu MaComp (RS 05/2018)

Wertpapierkurs Börse

Am 24.03.2021 veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das aktualisierte Rundschreiben (RS 05/2018) zu den Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion und die weiteren Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen (MaComp). Das Rundschreiben stand Ende April bis Anfang Juni 2020 zur Konsultation.

Wie vorgeschlagen hat die BaFin im besonderen Teil (BT) 3 das Modul zu den Anforderungen an redliche, eindeutige und nicht irreführende Informationen nach § 63 Absatz 6 WPHG im Hinblick auf Angaben zu indikativen Ordnerwerten unter 3.1.1 Nr. 6. ergänzt. Folgendes wird u.a. verdeutlicht:

  • Der Kunde muss darauf hingewiesen werden, wenn durch die Verwendung eines Online-Brokerage-Tools angezeigte indikative bzw. vorläufige Oderwerte vom tatsächlichen Orderpreis erheblich abweichen bzw. die Möglichkeit dazu besteht.
  • Das muss auf ausreichende und verständliche Weise geschehen, da diese Tools von einer Vielzahl von Kunden genutzt werden, die unterschiedliche Wissensstände haben.
  • Der Kunde ist darauf hinzuweisen, dass die Möglichkeit einer Limitierung des Auftrags besteht, um zu verhindern, dass die Ausführung der Order zu einem erheblich höheren Preis führt als vom Kunden gewollt.

Zudem werden in BT 6 die Anforderungen an den Inhalt der Geeignetheitserklärung um ein neues Teilmodul zur Erläuterung der Inhalte unter BT 6.1 ergänzt. Der ehemalige BT 6.1 ist nun BT 6.2. Folgendes wird unter BT 6.1 (neu) erläutert:

  • Die Geeignetheitserklärung muss die erbrachte Beratung nennen sowie erklären, inwiefern diese auf die Präferenzen, Anlageziele und Merkmale des Kunden abgestimmt wurde.
  • Die Geeignetheitserklärung muss eine konkrete, kundenbezogene Begründung enthalten, wieso ein Finanzprodukt empfohlen wurde und inwiefern es die Bedürfnisse des Kunden abdeckt.
  • Die Geeignetheitserklärung muss Informationen einschließen, inwieweit die Empfehlung den Kenntnissen und Erfahrungen, den finanziellen Verhältnissen und Verlusttragfähigkeit und Anlagezielen des Kunden entspricht.
  • In der Dokumentation müssen nur die Tatbestandmerkmale erläutert werden, auf Basis derer das Finanzinstrument empfohlen wurde.
  • Eine Geeignetheitserklärung muss auch bei einer Haltungsempfehlung enthalten und erkennbar sein, dass sich weder die Produkt- noch die Kundeneigenschaften gegenüber der letzten Empfehlung geändert haben

Die BaFin zeigt in ihrem Rundeschreiben auch beispielhafte negative und positive Formulierungen für die Geeignetheitserklärung.

Wertpapierdienstleistungsunternehmen müssen nun sicherstellen, dass ihre Beratung und Dokumentation den ergänzenden Erläuterungen entsprechen.

Quelle: BaFin

Weiterführende Informationen

PfeilRundschreiben BaFin


 


 

Zurück